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Jahreskonzert 2014

Anhaltenden Applaus ernteten Dirigent Günther Goldammer und die Ertinger Musikanten beim Jahreskonzert, welches am vergangenen Samstag in der Ertinger Kulturhalle stattfand. Vorstand Urban Diesch durfte hierbei über 600 Gäste begrüßen – die Bestuhlung musste bis ins Foyer ausgedehnt werden. Günther Goldammer hatte für sein erstes Jahreskonzert mit dem Musikverein Ertingen einen bunten Blumenstrauß mit anspruchsvollen Musikstücken gebunden – die Zuhörer zeigten offen ihre Begeisterung und ließen die Musikanten erst nach zwei Zugaben von der Bühne gehen. Doch war dem Konzert auch eine intensive Vorbereitung vorausgegangen und etliche Sonntage hatten die Musikanten dafür geopfert. Wie sich zeigte, hatten sich alle Mühen gelohnt. Durch das Programm führten auf sympathische Weise Julia Brand und Sandra Höninger. Mit der Hymne an die Gefallenen aus dem Kriegsfilm „Der Soldat James Ryan“ eröffnete Günther Goldammer das Konzert. Das monumentale Werk, komponiert von John Williams, ist als Mahnung an die Menschen zu verstehen, auf Kriege zu verzichten. Gesangliche Unterstützung bekam das Orchester dabei durch den Chor Fatal aus Neufra unter der Leitung von Carolin Buck. Zu hören war ein beeindruckendes Tongemälde, das zuerst verhalten begann und sich mit dem Einsetzen des Chores und dem Choral der Blechbläser entfaltete. „Wenn ein Italiener einen ungarischen Csardas komponiert, dann ist das Temperament pur“, so die Moderatorinnen zur weltberühmten Kompostion von Vittorio Monti, die das bekannte Solo enthält, bei dem vor allem Tonumfang und Schnelligkeit gefragt sind. „Jeder kennt ihn, jeder liebt ihn, doch keiner will ihn spielen“, erklärten die Moderatorinnen. Nicht so der Musikverein Ertingen, denn Lukas Buck hatte hier die Gelegenheit sein solistisches Können am Alt-Saxophon zu zeigen. Hatte der virtuose Könner doch erst vor Kurzem mit seinem Vortrag beim Solowettbewerb in Münchenreute den zweiten Platz belegt. Auch das Publikum in Ertingen war begeistert und sparte nicht mit Applaus, so dass Günther Goldammer seine Musikanten und den virtuosen Solisten spontan noch eine kleine Zugabe spielen ließ. Rhythmisch ausgefeilte Passagen und Mut zum Klang waren im darauffolgenden Musikstück „Dimensions“ aus der Feder von Peter Graham vom Orchester gefordert. Auch hier zeigten die Ertinger Musikanten, dass sie den Anforderungen der anspruchsvollen symphonischen Blasmusik mühelos gerecht werden und auch Tempowechsel und atonale Kompositionen mit Bravour gemeistert werden. Beschwingt ging es im Programm mit dem Konzertmarsch „Unter der Admiralsflagge“ von Julius Fučík weiter. Mit dem Ungarischen Tanz Nummer 5 von Johannes Brahms entführten die Ertinger Musikanten ihre Zuhörerschaft nach Ungarn. Günther Goldammer nutzte hier den Interpretationsspielraum und brachte mit seinem Orchester den Wechsel von feurigen, melancholischen, impulsiven sowie weichherzigen Klängen gekonnt zum Ausdruck. Mit dem Hauptthema „Raiders March“ aus dem Film „Indiana Jones“ gelang dem Musikverein Ertingen ein gekonnter Ausflug in die Welt des großen Kinos und man durfte dabei die Jagd um den verlorenen Schatz sowie ein einfühlsam gespieltes Liebesthema miterleben. Als „Juwel der symphonischen Blasmusik“ kündigten die Moderatorinnen das folgende „Caribbean Concerto“ von Kees Vlak an und versprachen damit nicht zu viel. Gemeinsam wurden in der dreiteiligen Suite die drei Inseln St. Eustasius, Saba und St. Maarten bereist. Exotische Atmosphäre wurde dabei mit Bongos gezaubert und das Flötenregister spielte gekonnt das Leitthema. Im zweiten Teil begeisterteThommy Zink, ein Kollege Goldammers aus dem Heeresmusikkorps, mit seinem brillant gespielten Oboensolo ehe sich das Percussionensemble im karibischen Rhythmus ausleben konnte. Die schöne Stimme von Gesangssolistin Sara Blessing durfte man in einer Zusammenstellung der schönsten Melodien aus Schönbergs „Les Misérables“ genießen, die in „Ich lieb ihn – doch nur für mich allein“ viel Gefühl zeigte. Mit dem gleichnamigen Titel aus dem Album Thriller von Michael Jackson zeigten die Ertinger Musikanten, dass sich Popmusik und Blasinstrumente durchaus verbinden lassen. Gekonnt spielten die Flötistinnen Sandra Höninger und Kathrin Spies in einem Wechsel den Prolog und das ganze Orchester bewies sein Können in dem von Miho Hazama arrangierten Welthit. Nach einem anhaltenden Applaus durften sich die Musikanten erst nach zwei Zugaben verabschieden. Mit Glenn Millers „In the mood“ hatte Goldammer eine gute Wahl getroffen und die Solisten Raimund Eisele (Trompete) sowie Lukas und Thomas Buck (Alt- und Tenorsaxophon) bekamen Gelegenheit, ihr virtuoses Können unter Beweis zu stellen. Mit dem Deutschmeister-Regimentsmarsch ging ein überwältigendes Konzert zu Ende. „Ganz Ertinger kann stolz auf Euch sein und ich bin es auch“, lobte Günther Goldammer sein Orchester, das an diesem Jahreskonzert alles gegeben hatte.
(Bericht von Michaela Kegel von der Schwäbischen Zeitung)